Am 20. Februar 2026 fand anlässlich des Internationalen Tags der Muttersprache der Fachtag der Yekmal Akademie zum Thema „Elternbeteiligung an Schulen – Bedeutung und Potenziale des Erst- und Herkunftssprachenunterrichts (ESU/HSU)“ online statt.
Die Veranstaltung brachte Fachkräfte aus Bildung, Wissenschaft, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um die Rolle von Mehrsprachigkeit und Elternbeteiligung für Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe zu diskutieren.
Nach der Begrüßung durch Günay Darici, Geschäftsführerin von Yekmal e.V. und der Yekmal Akademie gGmbH, betonten Katharina Niewiedzial, Beauftragte des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration, sowie Anja Treichel vom Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt) in ihren Grußworten die politische Relevanz des Erst- und Herkunftssprachenunterrichts für Chancengleichheit und demokratische Teilhabe. Katharina Niewiedzial bekundete zudem ihr besonderes Interesse an den vorgestellten Forschungsergebnissen und an einem weiterführenden Austausch.
Den wissenschaftlichen Input lieferte Dr. Erkan Gürsoy (Universität Duisburg-Essen, IfSM) mit seinem Vortrag „Mehrsprachigkeit weitergeben unter ungleichen Bedingungen“. Er zeigte auf, unter welchen strukturellen Herausforderungen Familien ihre Mehrsprachigkeit leben und welche Rolle Bildungseinrichtungen dabei spielen können, diese Ressourcen zu stärken. Im Anschluss stellten Münevver Azizoğlu Bazan und Dr. Handan Çağlayan Ergebnisse ihrer Studie zum Einfluss des Herkunftssprachenunterrichts auf die Bildungsbeteiligung von Eltern mit Flucht- und Migrationsgeschichte vor. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass HSU nicht nur die sprachliche Entwicklung von Kindern fördert, sondern auch Brücken zwischen Schule und Elternhaus baut und damit Beteiligung nachhaltig stärkt.
Am Nachmittag boten zwei parallele Workshops Raum für vertieften Austausch:
In den Workshops wurden praxisnahe Ansätze, Erfahrungen aus der Bildungsarbeit sowie strukturelle Herausforderungen diskutiert. Deutlich wurde: Elternbeteiligung gelingt besonders dann, wenn Mehrsprachigkeit als Ressource anerkannt, Herkunftssprachen strukturell gestärkt und diskriminierungskritische Perspektiven konsequent einbezogen werden.
Zum Abschluss fasste Cornelia Rasulis, Geschäftsführerin der Yekmal Akademie gGmbH, die zentralen Erkenntnisse des Tages zusammen und dankte allen Mitwirkenden.
Wir danken der Beauftragten des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration für die Übernahme der Schirmherrschaft sowie unseren Kooperationspartner*innen – dem Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt), dem BEFaN-Netzwerk und dem Projekt WIRKT! – für die Unterstützung. Ein herzlicher Dank gilt außerdem allen Mitwirkenden und Teilnehmenden für den engagierten Austausch und die wertvollen Beiträge.